Sciencestarter ist die erste deutschsprachige Crowdfunding-Plattform für die Wissenschaft!       mehr erfahren

Updates

Neuigkeiten aus den Projektblogs der Starter. 

04.09.2015 -TAG 40

Camp 37 N69° 36' 55" , W49° 40' 47" , H 910 m

Liebe Freunde,
wir sind heute etwas mehr als 9 Stunden (!) marschiert, haben 20,9 km zurückgelegt und damit die Hälfte der Restdistanz vom Swiss Camp zum Landfall/Moräne bewältigt. An der Laufzeit kann man sehen, dass es nicht leicht war. Heute Nacht zelten wir an einem kleinen Fluss kurz hinter dem Camp 37 von 2002. Eines der Zelte steht auf nur 1,5 cm Eisdecke, die ist an einer Stelle durchgebrochen, das halbe Loch haben wir mit dem Kochbrett abgedeckt. Es geht irgendwie. Das Zelt ab - und dann auf einem anderen Platz wieder aufbauen konnten wir nicht, es gibt keinen geeigneteren Flecken in diesem unwirtlichen, buckeligen, vom Schmelzwasser geformten Gelände... Morgen wollen wir es bis zur Seine, dem größten Eisfluss hier, schaffen. Das bedeutet gute 10 km durch extrem schwieriges Gelände! Da wird uns nichts geschenkt, aber wir wissen ja, von unseren vorigen Expeditionen, dass uns hier kein einfacher Abstieg erwartet. Anders als 2002, 2006 und 2010 wir gehen dieses Jahr auch Dank unserer Unterstützer diese letzten Etappen mit Rucksäcken und nur noch einer Pulka, auf der das Messsystem läuft. Wilfried zerrt sie stoisch und nur manchmal heftig fluchend duch das Buckelgelände.
Grüße vom brüchigen Eis
Das Team


--


03.09.2015 - TAG 39

Liebe Blogleser und Freunde,
die zwei ruhigen Tage sind vorbei, jetzt ist unser kleines Zeltlager gut bevölkert.
Die beiden weiteren Expeditionsteilnehmer sind heute hier kurz nach 11 Uhr wie geplant mit dem Hubschrauber gelandet. Unsere überschüssige Ausrüstung ist schon in Ilulissat angekommen. Wir haben die Rucksäcke vorbereitet und werden morgen sehr früh aufstehen und möglichst viel von der letzten Strecke zu schaffen versuchen. Es stehen noch 34 km aus, dafür haben wir drei Tage eingeplant. Das Messprogramm hier am SWISS-CAMP ist geschafft.
Es ist sehr windig, 45 km/h. Die Temperatur ist konstant unter -3 Grad, nachts -5 oder tiefer. Dass heißt die Rinnen sind zugeweht und eingefroren. Wir können also hoffen gut voran zu kommen. Aber wir sind erst am Fjord, wenn wir die Etappe hinter uns haben. Erfahrungsgemäß gibt es keine leichten Etappen und man läuft hier nicht eben mal so 30 km, wie das zu Hause ginge.

Besonderes Highlight des Tages waren Leckerli, die im Gepäck von Karel und Paul waren: etwas Käse, Gummibärchen, ...

Viele Grüße vom Eis,
Wilfried und Team


--


News aus der Frisch-Wasser-Werkstatt!!!

Perfekt im Zeitplan wurde das Ozonierungsmodul fertiggestellt. Doch hält es auch den Anforderungen an den Betrieb stand? Also Modul eingebaut, Pumpe angeschlossen und los geht’s mit erstem Test! Doch die ersten Pflaumen sind immer madig… so stand auch unsere Werkstatt wenige Minuten nach dem Betätigen der Ein-Taste unter Wasser. Nach Problembehebung (fehlender Dichtungsring) konnte das Modul zu unserer großen Freude erfolgreich getestet werden. Hoffentlich darf es später dank eurer Spende die Laborwände verlassen!

02.09.2015 - TAG 38

Bild: Swiss Camp

Liebe Freunde,
wir haben unsere Zelte direkt neben dem Swiss-Camp aufgeschlagen und genießen die Ruhetage.
Gesten war es sehr entspannt, die Sonne hat sich wieder sehen lassen und unsere Akkus dann auch einigermaßen aufgeladen. Es tat allen gut mal nicht bei widrigen Bedingungen weiterhasten zu müssen.
2.9.:
Es ist etwas kälter geworden mit leichtem Frost in der Nacht (Hurra!) und es schneit ein wenig.
Heute haben Uwe und Thomas die Pulken für den Transport nach Ilulissat vorbereitet und Tobias und Wilfried sind zu einer dreistündigen Messfahrt in der Umgebung des Camps aufgebrochen.
Die Rinnen, die uns Vorgestern noch das Leben so schwer gemacht haben, sind durch den Frost meist trocken gefallen und mit Neuschnee gefüllt. Sie ließen sich mit Ski und endlich auch mal ohne 100 kg Ballast ausgezeichnet und vor allem TROCKEN überqueren! Hoffen wir, dass es kalt bleibt und nicht wieder zu regnen beginnt, damit wir nicht erneut eine Hochwassersituation wie am Montag bekommen.

Herzliche Grüße
Wilfried

--


Abendgruß vom 1.9.2015

Liebe Freunde,
wir sitzen am Swiss Camp und warten auf die Anderen Zwei.
Das Wetter wird langsam besser, vielleicht bekommen wir ein paar Sachen trocken nach der Wasseretappe gestern.
Dann machen wir noch Inventur und sortieren die Ausrüstung für den Abstieg neu. Der Ruhetag bekommt uns gut.
Herzliche Grüße an Alle und ich hoffe Kristina hat sich heute am Geburtstag über das "Hiltrud-Camp" gefreut!
Wilfried


--


Nachtrag zum 31.8.2015

Bild: Thomas mit der Vorspeise....Warten auf heißes Wasser für die Hauptmahlzeit

Liebe Blogleser,

im SWISS CAMP genießen wir zwar jetzt den Luxus wieder auf, wenn auch etwas wackeligen Stühlen am Tisch zu sitzen, das Essen ist aber noch nicht wirklich luxuriöser...

Grüße vom Eis
Tobias, Thomas, Uwe und Wilfried

31.08.2015 - TAG 36

Camp 36 N69° 33' 26" , W49° 21' 29" , H 1120 m

Bild: Spaltenüberquerung

Wir haben das Swiss Camp nach 17,3 km knüppelhartem Marsch erreicht. Es war die wohl schlimmste Etappe mit Wateinlagen im eiskalten Wasser bis über die Knie. Dass da auch die Schuhe geflutet werden ist ja wohl klar. Bei Thomas reichte das Wasser z.T noch höher, er ist ja nicht so lang.
Nach fast 6 Stunden Gewaltmarsch mit Ski, ohne Ski, immer nass und frierend, haben wir die alte Position von 2006 erreicht. Das Camp war nicht da und ringsum Nebel, Sichtweite 300 m...
Das Eis bewegt sich hier mit mehr als 100 m im Jahr. Wir wissen aber ungefähr die Richtung und haben dort gesucht und es gefunden! 1,5 km weiter tauchten die roten Zelte im Nebel auf.
Jetzt haben wir erst mal 1-2 Tage Ruhe, können regenerieren und freuen uns auf Karel und Paul. Heute war absolut kein Flugwetter, aber das wird wieder.


Camp "Hiltrud" für Kristina Rüger, Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!!!
--

30.08.2015 - TAG 35

Camp 35: N69° 31' 15'' , W49° 01' 35'', Höhe 1230m

Bild: Endspurt beim Segeln

Liebe Blogleser und Tourverfolger,
die Tage werden nicht leichter, aber wir kommen stetig voran.
Heute haben wir in 4:50 h ca. 17 km zurückgelegt und uns dem SWISS-CAMP auf 13 km genähert. Etwas mehr wäre zwar gegangen, aber wir haben jetzt das Lager am Rand einer großen glatten Schneefläche aufgeschlagen. Vor uns liegen wieder einige Kilometer sehr buckeliges und nasses Gelände. Da wollten wir nicht ohne Not hineinlaufen und mühsam nach einem Plätzchen für unsere drei Zelte suchen.
Es waren heute wieder viele Spalten zu überschreiten und noch mehr haben wir unter der Schneedecke wahrscheinlich gar nicht bemerkt. Es haben sich reihum alle mal als Schneebrückensucher betätigt und alle erfolgreich. Langsam bekommen auch die Neulinge Thomas und Tobias einen Blick dafür, wo man sicher gehen kann und welche Stellen man besser gar nicht erst versucht zu betreten.
Das Einzugsgebiet des Kangia Sermia (Ilulissat Icefjord) haben wir heute wieder verlassen, nachdem wir in den letzten Tagen auf dem Eis unterwegs waren, das buchstäblich zu Tal rast. Jetzt sind wir nicht mehr südlich, sondern nördlich des Eisstroms, eines der schnellsten Gletscher Grönlands, der an der Front eine Geschwindigkeit von ca. 50 Metern pro Tag hat.
Für das Küchenzelt konnten wir sogar noch ein (wahrscheinlich) letztes Mal eine Schneemauer aus großen Blöcken bauen. Beim Mauerbau ist Wilfried unter 25-30 cm solider Schneedecke auf eine verborgene spalte gestoßen, die diagonal unter unserem Lagerplatz hindurch läuft. sie ist 50 cm breit, aber nur gut einen Meter tief. Dann kommt Wasser und weitere 30 cm tiefer hartes Eis. Die Spalte ist also mit Wasser vollgelaufen und dann wieder eingefroren.

Das Camp heißt "BALDIGES WIEDERSEHEN" von Tobias für Maria

Promotionsvortrag am 1.9

Liebe Fans und Supporter,

ich werde am 1.9 um 11 Uhr meine Dissertation mit dem Titel "Konzeptentwicklung für die Qualitätsbeurteilung von Substraten für die Biogasproduktion am Beispiel von bisher nicht energetisch genutzten organischen Reststoffströmen" an der TUHH in Gebäude M-ES42, Raum 0526 verteidigen und möchte euch hierzu herzlich einladen. Anschließend wird es in Gebäude N-ES42, Raum 008 noch einen Umtrunk geben.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dabei seid.

Viele Grüsse
Saskia

29.08.2015 - Tag 34

Camp 34: N 69° 26' 49'' W 48° 42'' 19'' Höhe 1250 m

Bild: Nassschnee auf Messschlitten

Für die Etappe vom C34 zum C35 (2002) haben wir zwei Tage gebraucht. Damals hatten wir eine glatte Schneedecke und Rückenwind. in diesem Jahr Sulzschnee und viele Buckel und Spalten. Der Schnee ist aber eigentlich unser Glück, sonst ließe sich auf der harten Eisoberfläche gar nicht gut Skilaufen.
Wir haben heute nach 4 km wieder einen der alten Zeltplätze von A. de Quervain gemessen, mitten in einem Spaltengebiet. Danach wurde der Weg aber einfacher. Es gab zwar schon viele Buckel aus Eis aber die Rinnen dazwischen waren meist mit Schnee gefüllt, so dass die Fortbewegung auf der oft leicht abschüssigen Strecke fast angenehm war. Manchmal sind wir sogar etwas ins Gleiten gekommen.

Nur das Wetter spielt ein wenig verückt. Nach den Kältetagen oben auf der Eiskappe leiden wir nun fast unter einer Hitzewelle: es ist rund 20° wärmer geworden! Heute hatten wir +0,7°C am morgen und nun kurz vor Sonnenuntergang immer noch +2,5°C. Hoffentlich wird wenigstens die Nacht etwas kälter, damit die Schneebrücken über den Spalten, die wir noch kreuzen müssen, stabil werden. Die ersten werden uns gleich nach dem Frühstück erwarten, da wir direkt vor einem Spaltengebiet campieren.
Die verbleibenden 28 Kilometer zum SWISS CAMP, dem Treff mit den anderen beiden, werden wir wohl nicht in einem Ruck schaffen können, dafür ist das Gelände zu schwierig geworden. Viele kleine Wasserläufe und Buckelpisten erwarten uns noch. Aber am Abend des 31.8. werden wir wohl sicher da sein.
Wir freuen uns riesig wieder andere Menschen zu sehen und natürlich auf die Flasche Konjak von Karel, mit der wir das Feiern werden. (da wir die Kiste mit der Ausrüstung der beiden verschickt haben, wissen wir davon ;-))

Jetzt bläst draußen ein frischer Wind, nach einem sehr trüben Tag mit wenig Sicht sieht man wieder den Horizont rundherum, was hoffentlich auf besseres Wetter morgen hindeutet. Noch ein Tag mit Nassschnee und Regen muss nicht unbedingt sein.

Insgesamt hat sich die Landschaft in den letzten 13 Jahren, die zumindest Wilfried gut beurteilen kann, gewaltig verändert. War 2002 hier, in 70 km abstand von der Eiskante, noch eine dicke Schneedecke vorzufinden, hatten wir in diesem Jahr das erste harte Blaueis mit dünner Schneeauflage schon vor mehr als 30 km. Wir sind auf unserer Rekordetappe schon in die Ablationszone hineingesegelt. Heute sind wir kilometerweit über Flächen gelaufen, die vor wenigen Tagen noch pitschnass gewesen sein müssen, regelrechte Schneesümpfe. Jetzt zum Glück ganz gut begehbar, wenn man auch ab und zu mit den Ski und etwas öfter mit dem Skistock im scheinbar bodenlosen versinkt.
An dem Platz, an dem wir jetzt lagern, findet man unter der dünnen Neuschneedecke schmutziges, fast dunkelgraues Eis. Ein Zeichen dafür, dass dieser Bereich schon einige Jahre regelmäßig komplett freitaut und sich der Oberflächenschmutz über die Jahre ansammelt. So wird die Gletscheroberfläche langsam immer dunkler.

Das Camp bekommt den Namen "regnerische Hitzewelle"
gewidmet Ralph Büttner und Bärbel Höppner
(Wir freuen uns auf das Polartraining mit dir, Ralph)

28.08.2015 - Tag 33

Camp 33: N69° 22' 28'' W48° 26' 16'' Höhe 1290 m

Wir haben hier gerade eine Hitzewelle! Die Nachttemperatur ist um fast 20 grad gestiegen, letzte Nacht kein Frost mehr und Regen und auch jetzt hört man die Tropfen auf das Zelt prasseln. Feuchtkaltes Novemberwetter also.
Es bleibt daher anstrengend, aber wir sind unserem Ziel wieder ein gutes Stück näher gekommen. Noch 40 km bis zum Swiss-Camp und 85km, also unter 100 (!) bis zum Ziel am Meer!

Der Tag begann nach stürmischer Nacht mit Regen und fast white-out. Das Camp war ziemlich verweht. Trotzdem sind wir aufgebrochen. Einen Ruhetag wollten wir uns nicht gönnen.
Wir mussten etliche auch größere Spalten überschreiten, was bei Nassschnee keine lustige Sache ist. Aber Thomas und Wilfried haben sich, vorn in der Seilschaft gehend als gute Schneebrücken- und Spaltenlückensucher erwiesen. Tobias war an zweiter Position in der Kette der Scherheitsanker ;-)
Irgendwann wurden das Gelände und die Sicht wieder besser und wir konnten ohne Seilverbindung fortsetzen.

Zum Schluss konnten wir sogar noch 3 km segeln, wenn auch recht langsam verglichen mit gestern. Insgesamt gelaufenen Strecke von 20,4 km in 6:16 h.

Camp 33 "UHU" (unter 100) gewidmet Birgit Korth aus Potsdam.

27.08.2015 - Tag 32

Camp 32: N 69° 18' 18'' W 48° 03' 37'' Höhe 1410 m

Liebe Freunde zu Hause!
wir haben heute unsere Königsetappe absolviert und ganz ist sie noch nicht vorbei. 6 Stunden und 20 Minuten haben Tobias und Wilfried ein tandem-Schlittengespann durch starkwind von 30 bis 40 km/h manövriert. Die beiden anderen hatten fast Mühe nicht vom Sozius zu fallen. Mit Geschwindigkeiten von bis knapp 25 km/h sind wir über Schnee, Eis, Seen und Eisverwerfungen gerast und hatten am Abend sagenhaft 50,2 km geschafft.
Beim Starten und Anhalten waren immer alle Hände nötig, da die Segel allein kaum zu bändigen waren.
Wir sind am alten C34 und zum Treffen mit Karel und Paul sind es noch 57 km, zur Moräne, also dem Landfall weniger als 100km!

Angefangen hat der Tag mit viel Wind und Kälte (-17). nach drei Kilometern waren wir an den uns bekannten Spalten, konnten die aber sogar nördlich umgehen, natürlich zu Fuß und nicht am Segel!
Danach ging es immer weiter bergab mit Windkraft. die Oberfläche wechselte zwischen extrem glatt, verharscht buckelig und sehr holperig. Fast skuril war eine Fahrt von 2-3 km über Eispressungen am Rand eines riesigen hartgefrorenen Schmelzwassersees.

Mit wohldosiertem Tempo haben die beiden Piloten da meterhohe Verwerfungen gemeistert. Stürze gab es kaum. passiert ist nichts schlimmes. lediglich einige kleine Passagen, insgesamt gut 3 km, konnten wir nicht Segeln.

Jetzt ist es fast Mitternacht, nachdem wir mühsam ein Lager errichtet haben. Schnee für eine Mauer gab es erstmals nicht mehr. der Windschutz besteht mehr aus einem geschütteten Wall aus Eis- und Firnbrocken.

Direkt vor dem Küchenzelt haben wir nachdem es stand eine Spalte entdeckt. Also Vorsicht ist geboten!

"Windcamp an/auf der Spalte" gewidmet Andrea Hentsch

Einträge 1 bis 12 von 930 Seite 1 1 | 2 | 3 von 78 Seite 2

Neueste Kommentare in den Projektblogs